P H I L O S O P H I E

 

Quomodo fabula, sic vita non quam diu, sed quam bene acta sit, refert. So, das bringt es wohl auf den Punkt. Noch Fragen?

Brian Tracy schreibt im ersten Kapitel seines Buches "Erfolg ist eine Reise": "Manche Menschen sind dazu geboren, zu Hause zu bleiben. Andere sind zum Reisen geboren."
Glücklich kann sich schätzen, wer zu Letzteren gehört - Ich gehöre nicht dazu.
Es ist nämlich so, dass ich keine andere Wahl habe als zu Reisen und sich event. vorhandene, tiefgreifende philosophische Ansätze erübrigen. Als verantwortungsbewusster, aufgeklärter und mündiger Bürger ("Du bist Deutschland") unterstütze ich seit Jahren die Plattenindustrie, und sorge mit meinem konstanten Ferneh- und Radiokonsum für den Erhalt der Arbeitsplätze in der Unterhaltungsindustrie. Aber welch ein Undank! Ständig werden mir unterschwellige Nachrichten eingeflößt, die mich veranlassen sollen (ob ich nun will oder nicht), meine "Sieben Sachen" zu packen und endlich eine Reise anzutreten. Allen voran die Musikbranche:

Da wären Metallica mit: "Open mind for a different view", Ich & Ich mit "In einer kleinen Stadt, wird ein hungriger Geist nicht satt" . Marius Müller Westernahagen: "Freiheit, Freiheit, ist das einzige was zählt, "Lenny Kravitz mit "I want to get away, I want to flyyyyyyy awayyyyy," Queen mit "I want to break free;
Und dann die "Höhner", die noch provozierend fragen: "Wenn nicht jetzt, wann dann?"

Allerdings steht die Werbeindustrie (Nein, ich schalte in der Werbepause niemals um) ihren Kollege im Musikbusiness in Nichts nach: Hier eine Auflistung von Satzfragmenten, die in den Gehirnwindungen meines Unterbewusstseins schlummern und dafür verantwortlich sind, dass ich nun mit dem Rad um die halbe Welt fahren werde:

"Nichts ist unmöglich", "Freude am Fahren", "Weil ich es mir wert bin", "Because change happenZ", "Besser ankommen", "Die Freiheit nehm' ich mir", "Entdecke die Möglichkeiten", "Feel the difference", "Geht nicht, gibt's nicht", "Jede Woche eine neue Welt", "Just do it", "Leben Sie, wir kümmern uns um die Details", "Mach dein Ding", "Ich bin doch nicht blöd", "Mitten drin statt nur dabei", "Powered by Emotion", "Sehen. Staunen und Verstehen", "Spaß ist, was ihr draus macht", "The Power of Dreams", "There's no better way to fly", "Think different", "Wecke den Tiger in dir", "Where do you want to go today?", "Wir machen den Weg frei", usw.

Auch der Laie wird erkennen: Es ist schwer, ja fast aussichtslos dagegen anzukämpfen.

So, jetzt aber mal im Ernst:

Das Fahrradfahren ist natürlich nicht das Konstrukt äußerer Faktoren. Vielmehr ist es die grenzenlose Freiheit, die ich dadurch erleben und fühlen kann. (weshalb ich auch meistens solo unterwegs bin). Spontan zu entscheiden, an einem Ort zu verweilen oder weiter zu fahren, die Möglichkeit haben im Freien zu sein und die erhabene Verbindung zur Natur spüren. Zu wissen, dass man etwas Sinnvolles tut (Umwelt schonen, Sport treiben, Fit und gesund bleiben,...). und etwas Außergewöhnliches zu machen: Das ist es, was für mich zählt. Adam Opel meinte dazu: „Bei keiner anderen Erfindung ist das Nützliche mit dem Angenehmen so innig verbunden, wie beim Fahrrad. Und der amerikanische Autor James E. Starrs ergänzt:"It is no exaggeration to affirm that a journey by bicycle is like none other; it is a thing apart; it has a tempo and a style of its own." Auch die Tatsache, das man langsam reist und so die Möglichkeit hat die Eindrücke intensiv wahrzunehmen, sind ein großer Vorteil des Reisens per Rad (Das wusste auch schon der gute Kaiser Augustus im alten Rom: Festina lente! oder: Eile mit Weile, wie wir heute sagen würden). In gewisser Weise fühle ich mich priviligiert mit dem Rad reisen zu können.
Sehr schön drücken dieses Gefühl Nathalie und Peter auf ihrer Homepage "www.sea2summit.at" aus:
"So viele Leute sind unglücklich mit ihrem Leben und schaffen es trotzdem nicht, etwas an ihrer Situation zu ändern, weil sie total fixiert sind auf ein angepasstes Leben in Sicherheit, in dem möglichst alles gleich bleibt – alles Dinge, die scheinbar inneren Frieden garantieren. In Wirklichkeit wird die Abenteuerlust im Menschen jedoch am meisten durch eine gesicherte Zukunft gebremst. Leidenschaftliche Abenteuerlust ist die Quelle, aus der der Mensch die Kraft schöpft, sich dem Leben zu stellen. Freude empfinden wir, wenn wir neue Erfahrungen machen, und von daher gibt es kein größeres Glück als in einen immer wieder wechselnden Horizont blicken zu dürfen, an dem jeder Tag mit einer neuen, ganz anderen Sonne anbricht."

Inspirierend finde ich zudem den Song "Breakaway" von Kelly Clarkson (Schon wieder eine unterschwellige Botschaft der Musikindustrie - wahrscheinlich in Zusammenarbeit mit den großen Reisekonzernen; garantiert eine Verschwöru

Grew up in a small town
And when the rain would fall down
I'd just stare out my window
Dreaming of what could be
And if I'd end up happy
I would pray

Trying hard to reach out
But when I tried to speak out
Felt like no one could hear me
Wanted to belong here
But something felt so wrong here
So I'd pray
I could break away

I'll spread my wings and I'll learn how to fly
I'll do what it takes till I touch the sky
Make a wish, take a chance,
Make a change, and break away
Out of the darkness and into the sun
But I won't forget all the ones that I love
I'll take a risk, take a chance,
Make a change, and break away

Wanna feel the warm breeze
Sleep under a palm tree
Feel the rush of the ocean
Get onboard a fast train
Travel on a jetplane
Far away
And break away

I'll spread my wings and I'll learn how to fly
I'll do what it takes till I touch the sky
Make a wish, take a chance,
Make a change, and break away
Out of the darkness and into the sun.
But I won't forget all the ones that I love
I'll take a risk, take a chance,
Make a change, and break away